Michael J. Scheidle: Tomatidin

Taschenbuch, 14,80 Euro, 16. März 2022, 180 Seiten, Einhorn-Verlag, ISBN 978-3957471291

Wenn ich an die Lektüre von Michael J. Scheidles „Tomatidin“ zurückdenke, fällt mir leider nicht sofort die Storyline des Krimis ein. Was sich bei mir eingeprägt hat, allerdings mit einem genervten Beigeschmack meinerseits, sind die Farben. Sicherlich ist die Darstellung von Farben in der Literatur nicht einfach, in bestimmten Zusammenhängen jedoch unbedingt notwendig – in meinen Augen aber nicht in diesem Krimi. Blau, rot und gelb hätten es ebenso getan. Messerblau, ziegelrot und föhngelb lenken nur von der eigentlichen Geschichte ab, weil man sich ständig Gedanken macht, wie dieser Farbton jetzt aussehen könnte.

Ansonsten fand ich die Entwicklung der Story um Rechtsanwalt Otto Meiser in Scheidles Debütroman recht gelungen. Ich konnte mich gut in die Situationen hineindenken, hätte mir gelegentlich aber mehr Details und eine tiefergehende Beschreibung der Umstände gewünscht. Durch die teils oberflächliche Abhandlung entstehen Sprünge in der Handlung, die das Kopfkino stoppen und aus dem Lesefluss reißen. Ich wäre Otto Meisner und Kommissarin Rita Schmölz gerne tiefergehend gefolgt.

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