Wien – Walzer, Kaffeehaus, Klimt, Wiener Schnitzel, Prater und Würstel an einem verlängerten Wochenende

Von 05. bis 07. April 2018 war ich in Begleitung meiner Freundin Martina und meines kleinen Yorkshire-Mischlings Momo in der schönen österreichischen Hauptstadt Wien. Um es vorweg zu nehmen: Die Zeit reichte bei weitem nicht aus, die Donaumetropole zu erkunden. Wir kratzten nur an der Oberfläche, bekamen aber zumindest einen ersten Eindruck, um eines Tages zurückkommen zu wollen.

Blick vom Riesenrad im Prater über Wien. Quelle: Joy Valley

Wien mit Hund gestaltet sich schwierig

Wie in meinem anderen Wien-Artikel beschrieben, war ich mit der 72-Stunden Vienna City Card unterwegs. Wir stellten schnell fest, dass diese Städtereise mit Hund teilweise schwierig wurde. Einige Sehenswürdigkeiten ließen wir aufgrund von Zutrittsbeschränkungen ganz ausfallen. Bei anderen wechselten wir uns vor der Tür ab und betraten die Attraktion nacheinander ohne Hund. Einmal ließen wir Momo nach einem langen Spaziergang kurze Zeit im Auto in einem Parkhaus zurück, um überhaupt das Schloss Schönbrunn ansatzweise anschauen zu können. Trotzdem verbrachten wir ein paar abwechslungsreiche Tage in der Hauptstadt des Walzers.

Anreise mit dem Auto mit Stopp und günstigem Hotel

Am Donnerstag fuhren wir am Morgen los und ließen es gemütlich angehen. Über Nürnberg und Passau bewegten wir uns langsam auf Österreich zu. Ca. 40 km nach der Grenze legten wir eine Mittagspause an einem „Landlust“-Rasthof ein. Diese Rasthöfe sind nicht ganz billig, aber bieten eine gute Qualität beim Essen. Zum späteren Nachmittag erreichten wir Wien. Nahe dem Hauptbahnhof checkten wir im A&O Hostel ein. Dank eines Gutscheins verbrachten wir dort zwei Nächte für zwei Personen inklusive Frühstück für 79 Euro im Doppelzimmer. Wir zahlten lediglich einen kleinen Aufpreis für Momo und den Parkplatz, beides aber absolut im Rahmen.

Erstes Kennenlernen der Innenstadt mit der U-Bahn

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten und ich meine Pressemappe vom Wiener Tourismusverband durchgesehen hatte, machten wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof. Dort befand sich die nächste U-Bahn-Station. Es war etwas befremdlich, Momo einen Maulkorb für die Dauer der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verpassen und ihm einen eigenen Fahrschein lösen zu müssen, aber wir gewöhnten uns mit der Zeit daran. Martina entschied sich für ein 48-Stunden-Ticket, war damit unbegrenzt mobil. Nur ein paar Minuten später stiegen wir in die Linie „U1“ und überbrückten die zwei Stationen bis zum Karlsplatz.

Über Dom, Stephansplatz, Fiaker, Ankeruhr, Griechen, Donau und das Drumherum

Durch die Fußgängerzone marschierten wir zum Stephansplatz weiter und genossen bereits die ersten Eindrücke. Dann eröffnete sich der prächtige Anblick des Doms vor uns. Abwechselnd schauten wir uns das Innere kurz an. Aufgrund eines stattfindenden Gottesdienstes war nur der vordere Bereich direkt nach dem Eingang zu besichtigen. Während Martina sich umschaute, machten Momo und ich Bekanntschaft mit den herumstehenden Fiakern. Es roch etwas nach Pferd, Momo hielt sie wohl für überdimensionale Hunde und bellte laut. Das beeindruckte aber weder die Pferde noch die Fahrer. Am Hohen Markt bewunderten wir die schönen Details der Ankeruhr. Rund um den Fleischmarkt erkundeten wir das Viertel der Griechen in Wien mit ehemaliger Taverne und Griechengasse. Weiter ging es bis zur Donau, wo wir uns über die Ausflugsmöglichkeiten nach Bratislava informierten. Doch für einen Tagesausflug fehlte uns die Zeit. Martina testete das erste Würstel, ich gönnte mir im nahegelegenen Eiscafé ein leckeres, erfrischendes Eis. Auf dem Rückweg schauten wir uns noch die überquellende Auslage von Swarovski an. Dann ging es mit der U-Bahn zurück zum Hotel.

Mit Big Bus Tours zu Arsenal, Belvedere, Staatsoper, Museumsquartier, Hofburg, Spanische Hofreitschule, Rathaus, Parlament und Votivkirche

Am Freitag bestiegen wir am Morgen den ersten Bus der blauen Route von Big Bus Tours am Hauptbahnhof. Über das Arsenal und das Schloss Belvedere ging es zur Station am „Haus der Musik“. Eine kleine Pause zwischen dem Wechsel zur roten Route erlaubte und die Besichtigung der Staatsoper. Abends schauten wir nochmal rein, als gerade eine Vorstellung begann und die Besucher hektisch in das Haus strömten. Im Museumsquartier stiegen wir auf der roten Route nochmal aus, um uns zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum umzuschauen. Von dort liefen wir zur Hofburg und der Spanischen Hofreitschule. Mit dem Bus ging es weiter zum Rathaus und dem Parlament. Es folgten Votivkirche und die Weiterfahrt zum Prater.

Beim Würstelstand im Prater

Im Prater hielten wir uns längere Zeit auf. Zum einen hatten wir Hunger. Daher löste ich meinen Gutschein am Würstelstand „Bitzinger“ ein. Dann lösten wir ein Ticket für die Bimmelbahn durch den Park und eine Runde im Riesenrad. Hier durfte Momo jeweils mit und es machte ihm sichtlich Spaß. Es war wenig los, deshalb konnten wir die Gondel rasch betreten und teilten sie nur mit einer Familie. Die Kinder huschten aufgeregt hin und her, genossen wie wir die Aussicht.

Apfelstrudel und Sachertorte bei Hundertwasser vor der Abendtour

Vom Prater ging es zum Hundertwasserhaus. Der entsprechende Stopp war ein ganzes Stück entfernt, wir mussten eine kleine Wanderung absolvieren. Aber es lohnte sich. Im Café gab es leckeren Apfelstrudel. Martina nahm noch einen in der Dose mit nach Hause. Außerdem packte sie auch gleich noch eine Sachertorte in der Dose mit ein. Langsam arbeiteten wir uns zur Staatsoper durch, wo wir uns der „Live-Guided Abendtour“ anschlossen. Der erste Bus reichte nicht aus, auf den zweiten Bus mussten die Betroffenen ziemlich lange warten. Offensichtlich hatte man nicht mit dem Ansturm gerechnet. Es war auch recht frisch, trotzdem war es eine schöne Rundfahrt durch die Stadt. Zeitlich fand sie vielleicht eine halbe Stunde zu früh statt, denn die Lichterpracht entfaltete sich erst gegen Ende der Tour.

Wiener Schnitzel auf Umwegen

Nach der Rundfahrt durch das abendliche Wien wollten wir uns ein echtes „Wiener Schnitzel“ einverleiben. Wir hatten den „Geheimtipp“ des Restaurants „Zum Figlmüller“ bekommen. So geheim war dieser allerdings nicht. Am Freitagabend standen die Menschen dort Schlange. Selbst eine Reservierung garantierte nicht gleich einen Tisch. Wir fanden uns dann im benachbarten „Gutenberg“ ein. Es war nicht schlecht, aber ich hatte schon bessere. Nach dem Abendessen fuhren wir mit der U-Bahn zurück ins Hotel.

Karlskirche, Naschmarkt, Mariahilfer Straße und Schönbrunn

Samstag nutzten wir nochmal die blaue Linie ab dem Hauptbahnhof und fuhren zur Karlskirche. Weiter ging es zum Naschmarkt. Die Stände machten den Besuch wirklich spannend. Allerdings war es sehr voll, ich musste Momo auf den Arm nehmen und es war schwer, an den Ständen sich länger umzuschauen. Vom Naschmarkt liefen wir in die Mariahilfer Straße. Wir flanierten an den Schaufenstern vorbei, Martina kaufte noch ein paar Souvenirs. Pünktlich zum Check-Out waren wir wieder am Hotel und stiegen ins Auto um. In einem Parkhaus stellten wir dieses nahe Schloss Schönbrunn unter und machten nochmal einen Spaziergang mit Momo. Dann entdeckten wir die Schlossanlage. Mit der Panoramabahn verschafften wir uns einen Überblick. Zudem besuchten wir die Hofbäckerei und schauten uns die Strudelshow an. Danach waren wir überrascht, wie „einfach“ und schnell ein Apfelstrudel gemacht ist.

Heimfahrt über St. Pölten bei Surschnitzel und Stau

Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg heraus aus der Stadt Richtung St. Pölten. Dort verbrachten wir die letzte Nacht. Zum Abendessen fanden wir uns im Restaurant „Vinzenz Pauli“ ein. Den Tipp hatte ich im Internet bei Tripadvisor DE gefunden. Ich probierte ein „Surschnitzel“, davon hatte ich bisher nicht gehört. Es handelte sich um ein gepökeltes Schweineschnitzel, sehr lecker. Sonntag schliefen wir dann gemütlich aus, frühstückten ausgiebig und fuhren dann gen Heimat. Auf dem Weg legten wir noch einen Stopp zum Mittagessen ein. Das war gar nicht so einfach, denn durch den Rückreiseverkehr der Osterferien waren jede Kneipe und jeder Biergarten belagert. Nach einem längeren Stau an der Grenze kamen wir abends wieder in Aalen an.

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